2.

Gute Bildung und Chancengleichheit

Der Weg zu einer gerechten Gesellschaft fängt bereits im Kindesalter an. Nur ein Bildungssystem dass jedem Menschen, gleich welchen Verhältnissen er auch entstammt, dieselben Chancen bietet, seine Entwicklung selbst zu be­stimmen und ihm die Fähigkeit gibt, seine Umgebung nicht nur hinzunehmen, sondern auch kritisch zu hinterfragen, verdient es, erhalten zu werden.

 

Das deutsche Schulsystem jedoch verhindert mit seiner sozialen Differenzie­rung Chancengleichheit und verfestigt soziale Ungerechtigkeiten. Es muss da­her überwunden werden um Platz zu schaffen für ein System des gemeinsa­men Lernens.

 

Die Sekundarschule war ein politischer Kompromiss des kleinsten gemeinsa­men Nenners.

Insofern kann Sie nur ein Anfang und keineswegs die endgültige Lösung für die bestehenden Probleme in unserem Bildungssystem sein. Das Leitbild un­serer Idee von einer gerechten und von sozialen Verhältnissen unabhängigen Schule, bleibt daher die Gemeinschaftsschule, an deren tatsächlicher Verwirk­lichung wir nach wie vor festhalten. Bis dies jedoch geschehen ist, ist es gera­de für Kamp-Lintfort wichtig, dass den Kindern unserer Stadt nach der Grund­schule alle weiterführenden Schulformen offen stehen und eine bereits im Kin­desalter stattfindende soziale Klassenbildung ausbleibt.

 

Es ist daher unser zunächst unser Ziel, dass jeder Schülerin und jedem Schü­ler der das Gymnasium oder aber die Gesamtschule in Kamp-Lintfort besu­chen will, dies auch ermöglicht wird. Wir distanzieren uns damit von einer zu frühen Klassifizierung der Lernfähigkeiten und wollen damit den Eltern aber auch gerade den Kindern unserer Stadt ermöglichen, trotz anfänglich weniger guter Leistungen in der Grundschule, vollen Zugang zur bestmöglichen Bil­dung in unserer Stadt zu erhalten.

Die Rahmenbedingungen dafür müssen durch die Stadt sichergestellt werden.

 

Bildung stellt unser höchstes Gut dar und gerade bei nachfolgenden Genera­tionen darf hier nicht gespart werden. Doch Bildung hört mit dem Kindesalter nicht auf. Vielmehr begleitet sie uns durch unser ganzes Leben, sei es durch ein Studium oder den Besuch einer Volkshochschule. Während die Hochschu­le in Kamp-Lintfort jedoch bereits gut aufgestellt ist, wird die VHS in Kamp-Lintfort seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Die derzeitige Unterbringung in einer maroden Baracke ist einfach nicht mehr länger hinnehmbar und muss endlich beendet werden.

Eine adäquate Unterbringung an einem zentral gelegenen Ort ist schon lange notwendig und überfällig. Nur wenn die Erwachsenenbildung durch die VHS in Kamp-Lintfort endlich ernst genommen und mit den richtigen Mitteln ausge­staltet wird, kann sie in Kamp-Lintfort bestehen.